Diana Hommel Fotografische Dialoge - IM PRINZIP SERIELL

Werke Chantier des Couleurs # 2026.04 - © Diana Hommel … / weitere Bilder hier

Eine einzige Baustelle, fotografiert an der Metrostation Musée d’Orsay in Paris, bildet die Grundlage dieser Arbeit. Die Einzäunung bestand aus opaken Metallblechen in vier Farben: Braun, Grün, Blau und Weiß. Obwohl es in der Pariser Metro keine verbindlichen Farbcodes gibt, lassen sich typische Einsatzbereiche erkennen: Grün für Renovierungen historischer Stationen, Blau/Weiß für großflächige Modernisierungen, Braun für temporäre Absperrungen, die sich unauffällig in das Umfeld einfügen.

Der gewählte Ausschnitt bleibt in seiner Form konstant; die Konzentration liegt ausschließlich auf der Farbe als strukturellem Merkmal. Jede der vier Grundfarben wird vervierfacht, sodass ein modulares System aus 16 Bausteinmodulen entsteht.

Die Arbeit bewegt sich im Feld konkret‑konstruktiver Bildforschung: Durch die serielle Wiederholung einer identischen Form, kombiniert mit der Variation der Farbtöne, entsteht ein visuelles System, das zwischen dokumentarischer Herkunft und abstrakter Ordnung oszilliert. Die Serie untersucht, wie urbane Funktionsflächen – ursprünglich als pragmatische Baustellenkommunikation eingesetzt – durch digitale Fragmentierung und serielle Reihung zu einem abstrakten Farbraster werden, das die Logik temporärer Infrastruktur sichtbar macht.

Das Werk umfasst 16 quadratische Module – 4 × Braun, 4 × Weiß, 4 × Blau, 4 × Grün –, Pigmentdruck jeweils 33,5 × 33,5 cm, gefasst in schwarzfarbenen Aluminiumrahmen, unverglast. Ergänzend gehören 16 Glasuntersetzer aus Holz (4 × 4) zur Arbeit, die das serielle Prinzip in ein haptisches Objektformat übertragen und die modulare Logik der Serie erweitern.