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Fotografie und visuelle Information


IM PRINZIP SERIELL

Fotografien sind Fotografien, sind Material... 

Material das mich befähigt im Nachhinein näher hinzuschauen und den "Augenblick der Fotografie" weiter zu erzählen. Dabei fasziniert mich ein Thema sehr, das des Beiläufigen, das des Alltäglichen, das für gewöhnlich Überspielte oder Unbeachtete in dieser reizüberfluteten Alltagswelt und wie ich dieses im künstlerischen Kontext hervorheben kann, sodass im besten Fall der Betrachtende dazu angeregt wird, die Verbindung zwischen Kunst und seinem/ ihrem täglichen Leben besser zu verstehen und er oder sie darüber hinaus die Erfahrung machen kann, dass Kunst das Alltagsleben bereichert. 

Was sehen wir eigentlich, wenn wir eine Fotografie betrachten, die wir nicht im cleanen Studio aufgenommen haben, sondern auf einer Urlaubsreise oder sonst wo gemacht haben? Für gewöhnlich frieren wir ja den "Augenblick" ein, den wir für wichtig erachteten - schönes, schreckliches, wahres oder gestelltes - und in der digitalen Welt tausendfach davon. 

Egal was wir fotografieren, es ist immer rein subjektiv und vordergründig zu sehen. Aber oft erst danach stellen wir fest, was wir dort sonst noch sehen, was wir ansonsten auf andere Weise nie erfahren hätten. Es ist das was wir Alltag nennen, wie z.B. Werbeträger, Laternenpfähle, Abfallbehälter, UV-Schutz Gewebe, Überdachungen, Garagentore, Fenster- oder Absperrgitter, Gebäudefassaden u.n.v.m. 

All das, wo zuvor nicht nur Designer ihr Können und ihre Kraft investiert haben, um dann zu Hintergrundstatisten von Schnappschüssen und zu unserem Alltag zu werden. 

Für meine Arbeiten löse ich diese Dinge der Nebenschauplätze auf den zuvor gemachten Fotografien aus seiner/ ihrer vermeintlichen Selbstverständlichkeit heraus und bringe sie auf eine andere Ebene. Dieses entsteht meist am Computer - der Staffelei des Fotografen in der digitalen Welt. 

Es ist wie eine Art weiterführender Dialog zwischen den zuvor gemachten Fotografien und mir, bis ich das "Alltägliche" dabei auf eine universelle Gestaltungssprache der klaren Formen und Farben reduziert habe und in meinem Sinne weitererzähle. 

Eine andere Sichtweise entsteht mit wahren, unabhängig gewordenen Werken und mit einer anderen Bedeutung. Die einzige Verbindung zur ursprünglichen Fotografie und/ oder zur Nutzung des von mir extrahierten Objektes ist im Titel zu finden.

Die meisten meiner Arbeiten sind in Ihrer Darstellung variabel zu gestalten, da es sich um einzelne Elemente handelt aus denen sie gemacht sind. Durch die Möglichkeit des Umhängens, Weglassens oder Hinzufügens von Teilen der Arbeit präsentieren sich die Werke dann jedes Mal anders und gewinnen so an Leben. Die formale Qualität der Bilder liegt auf Farbe und Form, auch wenn die strengen Richtlinien der konkreten Formsprache durch die Materialbezogenheit (der Fotografie entnommen) erweitert wurden. 

Diana Dorothea Hommel, 2025